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15.10.2010 19:09 | Zweibrücken | Zweibrücken (Stadt)

OBs von Pirmasens und Homburg bei ZEF-Verbandsvosteher: Matheis und Schöner gegen großflächigen Einzelhandel

Die Oberbürgermeister der Zweibrücker Nachbarstädte Pirmasens und Homburg haben sich am heutigen Freitagmorgen bei dem Vorsteher des Zweckverbands Entwicklungsgebiet Flugplatz Zweibrücken (ZEF), Zweibrückens Oberbürgermeister Helmut Reichling über Pläne eines Investors informiert, der im ZEF-Gebiet am Truppacherhof (Gemarkung Contwig) großflächigen Einzelhandel mit innerstädtischer Relevanz ansiedeln will. Sowohl Bernhard Matheis (OB von Pirmasens) als auch Karlheinz Schöner (OB von Homburg) kündigten ihren harten Widerstand gegen ein solches Vorhaben an, sollte es weiter verfolgt werden.

Für das Geländedreieck am Truppacherhof, das auf Contwiger Gemarkung liegt und im Besitz des Zweckverbands Entwicklungsgebiet Flugplatz Zweibrücken (ZEF) ist, gibt es Anfragen von zwei Investoren. Bei dem einen Investor steht der Bau einer Tankanlage im Mittelpunkt. Das restliche Gelände will ein weiterer Investor für großflächigen Einzelhandel erschließen, bestätigte der Vorsteher des Zweckverbands, Zweibrückens Oberbürgermeister Helmut Reichling. Dieses zweite Vorhaben widerspricht den Zielen der Landesplanung (Landesentwicklungsplan IV). Und es widerspricht auch dem gültigen Einzelhandelskonzept der Stadt Zweibrücken, hinter dem Oberbürgermeister Helmut Reichling steht, wie er unterstreicht.

Die Mitgliederversammlung des ZEF war sich in der vergangenen Woche einig, Gespräche mit beiden Investoren zunächst fortzuführen, auch unter dem Blick auf Entwicklungen im Einzelhandelsbereich in Nachbarstädten der Region. Dabei will man sich im ZEF ein Bild über die Investoren und handelnden Personen machen. Oberbürgermeister Helmut Reichling unterstrich gestern, dass „die Angelegenheit unaufgeregt geprüft wird“ und auch in den nächsten 14 Tagen nähere Informationen über die Investoren vorliegen sollten. Reichling verwies auch darauf, dass für das Gelände am Truppacherhof noch kein Bebauungsplan vorliege, der Voraussetzung für Ansiedlungen sei.

Die Oberbürgermeister Matheis und Schöner wiesen gegenüber ZEF-Verbandsvorsteher Reichling darauf hin, dass das Projekt des großflächigen Einzelhandels mit innenstadtrelevantem Angebot auf der „grünen Wiese“ am Flughafengelände inakzeptabel ist. Sowohl Matheis und Schöner erklärten übereinstimmend, dass sie zur Sicherung der Lebensfähigkeit ihrer Innenstädte, ähnlich wie die Stadt Zweibrücken, Stadtentwicklungs- und Einzelhandelskonzepte erarbeitet hätten, die sie auch einhielten und die vor verschiedenen Gerichten auch Bestand gegenüber Klägern aus dem Einzelhandelsbereich gehabt hätten. Entsprechend seien in den vergangenen Jahren Ansiedlungsvorhaben von großflächigem Einzelhandel außerhalb der Innenstadt konsequent angelehnt worden, unterstrichen Schöner und Matheis. Selbst das zur Homburger Innenstadt nahe gelegen DSD-Gelände gehöre nicht zum Kernbereich und werde deshalb nicht für großflächigen Einzelhandel nutzbar sein, hob Schöner hervor. Gegen eine geplante Tankstellenanlage und ein Speiserestaurant haben beide Vertreter der Nachbarstädte keine Bedenken. Eine Abweichung von der Konzeption könne die Landesplanung nicht befürworten, wenn sie sich an die bundesweit geltenden Regeln halte, ist Schöner überzeugt.

Für den Pirmasenser OB hätte eine Entscheidung für großflächigen Einzelhandel am Truppacherhof auch politische Konsequenzen. Bei der anstehenden Verwaltungsreform setze die Regierung in Mainz auf Kooperationen zwischen den Gebietskörperschaften. Die jetzige Aktion auf dem Gelände am Truppacherhof „wäre der Ausgangspunkt zu lang anhaltendem Dissens“. Je länger Unklarheit darüber bestehe, ob Landesplanung und Landespolitik diesem Vorhaben zustimmen könnten, „je tiefer werden die Gräben in der Region“, so Matheis.


Pressekontakt: Stadtverwaltung Zweibrücken (pressestelle[at]zweibruecken.de)
wwww.zweibruecken.de
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